Quelle: Lungauer Volkssagen - Der Markt Mauterndorf von Michael Dengg 3. und verbesserte Auflage Seite 131


Mauterndorf ist nicht nur der älteste Markt im Lungau, sondern auch einer der ältesten Orte dieses Gaues überhaupt. Es wurde schon im Jahre 1212 zum Markt erhoben; Tamsweg wird 1246 zum erstenmal als solcher genannt und St. Michael noch später. Schon die Römer hatten hier vermutlich eine Siedlung erbaut, die „In muris" geheißen haben soll. In der Nähe vereinigten sich die beiden Römerstraßen — die eine von Steiermark über Seethal — Tamsweg und die andere von Kärnten über den Katschberg kommend — und führten von hier als ein Straßenzug über den Tauern. Auch der römische Provinzverwalter soll deswegen hier seinen Amtssitz gehabt haben.

Da also Mauterndorf auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann, erzählt man sich von diesem Orte manch sagenhafte Begebenheit. So soll die alte Römerstraße durch das Neuseßtal an der Westseite des Ortes gezogen sein, dort, wo sich heute das St.-Wolfgang-Kirchlein erhebt, und am Ostabfall dieses Hügels soll ein römischer Schmied sein Handwerk betrieben haben. In Steindorf, etwa eine halbe Stunde von Mauterndorf entfernt, stand wahrscheinlich ein römischer Tempel, wovon eine andere Sage berichtet. Mit dem Ende der Römerherrschaft zogen die Bajuwaren ins Land. Durch sie wurde nach einer kurz andauernden Slawenherrschaft der Lungau dauernd besiedelt und kultiviert. Mauterndorf kam als Geschenk Kaiser Heinrichs II. des Heiligen, im Jahre 1002 an das Salzburger Domkapitel *), während das Schloß, das ehemalige römische Kastell, umgebaut und erweitert den Salzburger Erzbischöfen häufig als Sommeraufenthalt diente. Die zu Ehren des heiligen Kaiserpaares Heinrich und Kuni-gunde geweihte Schloßkapelle erinnert noch an jenes Geschenk. Einstens, so geht die Sage, sei der Markt Mauterndorf weiter östlich, auf dem sogenannten „Dürnfelde" oder „Dürnbühel" gestanden. Die in der Nähe befindliche Friedhofskirche zu St. Gertrauden soll die einstige Pfarrkirche gewesen sein. Auch soll die „Tauernache" — die Taurach — nicht wie heute ihren Lauf ostwärts genommen haben, sondern gegen Süden durch das Neuseßtal ins Murtal abgeflossen sein.

*) Mauterndorf muß damals schon ein bedeutender Ort gewesen sein, da in der Schenkungsurkunde von vielen Herbergen, Mauten u. dgl. die Rede ist.


Auszug aus dem Buch "Lungauer Volkssagen" von Michael Dengg, welches Sie gerne bei unser erwerben können. Heimathaus Dengg - Ferienhaus in Mauterndorf.


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Aktualisiert: Feb 13

Quelle: Lungauer Volksleben | Sitten und Gebräuche, Geschichten und Schilderungen aus dem Lungau von Michael Dengg 3. Aufl.


Im Südosten des Landes Salzburg befindet sich ein rings von hohen Bergen umschlossener Gau, welcher in seiner Abgeschlossenheit fast eine Welt für sich bildet, der Lungau. Nur gegen Osten liegt der selbe offen und dahin entsendet er auch seine Gewässer, welche die in einem seiner Seitentäler, dem Murwinkel, entspringende Mur in sich aufnimmt, um dann der Hauptfluß Steiermarkts zu werden.

Als im Jahre 14 bis 15 vor Christus Drusus und Tiberius, die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, mit bedeutender Heeresmacht gegen Norden aufbrachen und bis an die Donau alles unterjochten, gelangte auch das Land der Taurisker in römischen Besitz und wurde Mittel-Norikum einverleibt. Eine erhöhte Bedeutung erhielt der Lungau, als der römische Kaiser Septimus Severus (193 - 211) einen neuen Straßenzug, die neue römische Heeresstraße, zur schnellen Beförderung der römischen Legionen von Süden nach Norden, von Italien bis an die Donau, die damalige Grenze des Römischen Reiches, anlegen ließ.

Eine starke militärische Besetzung der Nordgrenze des Römischen Reiches war notwendig, denn die germanische Völkerschaften versuchten immer mit Gewalt in das Römische Reich einzudringen. Bei einem dieser Feldzüge gegen die Germanen ist der römische Kaiser Markus Aurelius (161 -180) in Vindobona (Wien) gestorben.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches kamen die Slawen und hausten hier einige Jahrhunderte lang, bis sie von dem nun ansässigen Germanen, den Bajuwaren, verdrängt wurden.

Im Mittelalter hat der Lungau seine Blütezeit gesehen. Handel und Bergbau brachten es in dem reich mit Naturschätzen gesegneten Gau zu hoher Blüte, und jahrhundertelang zogen die Handelkarawanen, welche zwischen Triest und Salzburg verkehrten, durch den selben. Adel und Rittertum hatten zahlreiche Burgen und Edelsitze inne, Bürger und Bauern konnten sich allseits eines gewissen Wohlstandes erfreuen.

Doch diese Glanzzeit ging vorüber, der Handel nahm, beonsers nach Auffindung des ostindischen Seeweges und der Entdeckung von Amerika allmählich eine andere Richtung, der Bergsegen ließ nach, die meisten Burgen und Schlösser wurden besonders in den blutigen Schlachten des 15. Jahrunderts größtenteils zerstört, und so wurde der Lungau nach und nach verlassen und vergessen. Auch die Napolenischen Kriege gingen nicht spurlos an dem Lungau vorüber, er wurde mehrmals von den Franzosen besetzt.

Das war eine schlimme Zeit für den Gau. Aber trotz der Ungunst der Verhältnisse ist der Lungau in der Entwicklung nicht zurückgeblieben, sondern hat mit dem Werdegang der Zeit Schritt gehalten und sich besonders auch die Errungenschaft der Zeit zunutze gemacht.

Auch der Fremdenverkehr nimmt immer mehr zu, zahlreiche Städter verbringen den Sommerurlaub im Lungau. Auch für den Skisport werden Lungaus Berge immer mehr erschlossen.


Der Lungau ist aber nicht nur reich an Naturschönheiten und Naturschätzen, er besitzt auch noch viele alte Denkmäler besonders aus der Römerzeit und manch altersgraue Burg, die dem Wandel der Zeiten zum Trotz bis auf unsereTage sich erhalten, schaut stolz aus ihrer Höhe hernieder als eine Erinnerung an das eisengepanzerte Mittelalter.

Der Lungau besitzt aber auch noch viele originelle Volksbräuche und Sitten, die sich hier besser als anderswo erhalten haben. Diese vorzugsweise habe ich zu schildern versucht und manches davon im vorliegenden Büchlein niedergelegt.



Hinein in Lungaus sagenumwobenes Land,

Wo entspringt des Murflusses Silberband,

Wo das Bergmännlein haus, das die Schätze bewacht,

Woll Sagenzauberund Märchenpracht.


Hinauf auf die Höhen, die lichtumglänzten,

Auf die sonnigen Matten, die blumenkränzten,

Hinein in der Täler liebliche Auen,

Von Bergenumschlossen gar freundlich zu schauen.


Hin zu den stillruhenden Alpenseen,

Mit ihrem Farbengefunkel bezaubernd und schön,

Wo von Almrausch umranktem Felsgestein

Das Edelweiß grüßt schneelicht und fein.


Hinein in der Wälder tiefschattiges Dunkel

Mit ihrem smaragdgrünen Lichtergefunkel,

Drin die Wässerlein rauschen silberhell:

Da wirst Du gesunden an Leib und Seel'.

Michael Dengg




Auszug aus dem Buch "Lungauer Volksleben" von Michael Dengg, welches Sie gerne bei uns erwerben können. Heimathaus Dengg - Ferienhaus im Lungau.



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