Der Lungau

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Quelle: Lungauer Volksleben | Sitten und Gebräuche, Geschichten und Schilderungen aus dem Lungau von Michael Dengg 3. Aufl.


Im Südosten des Landes Salzburg befindet sich ein rings von hohen Bergen umschlossener Gau, welcher in seiner Abgeschlossenheit fast eine Welt für sich bildet, der Lungau. Nur gegen Osten liegt der selbe offen und dahin entsendet er auch seine Gewässer, welche die in einem seiner Seitentäler, dem Murwinkel, entspringende Mur in sich aufnimmt, um dann der Hauptfluß Steiermarkts zu werden.

Als im Jahre 14 bis 15 vor Christus Drusus und Tiberius, die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, mit bedeutender Heeresmacht gegen Norden aufbrachen und bis an die Donau alles unterjochten, gelangte auch das Land der Taurisker in römischen Besitz und wurde Mittel-Norikum einverleibt. Eine erhöhte Bedeutung erhielt der Lungau, als der römische Kaiser Septimus Severus (193 - 211) einen neuen Straßenzug, die neue römische Heeresstraße, zur schnellen Beförderung der römischen Legionen von Süden nach Norden, von Italien bis an die Donau, die damalige Grenze des Römischen Reiches, anlegen ließ.

Eine starke militärische Besetzung der Nordgrenze des Römischen Reiches war notwendig, denn die germanische Völkerschaften versuchten immer mit Gewalt in das Römische Reich einzudringen. Bei einem dieser Feldzüge gegen die Germanen ist der römische Kaiser Markus Aurelius (161 -180) in Vindobona (Wien) gestorben.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches kamen die Slawen und hausten hier einige Jahrhunderte lang, bis sie von dem nun ansässigen Germanen, den Bajuwaren, verdrängt wurden.

Im Mittelalter hat der Lungau seine Blütezeit gesehen. Handel und Bergbau brachten es in dem reich mit Naturschätzen gesegneten Gau zu hoher Blüte, und jahrhundertelang zogen die Handelkarawanen, welche zwischen Triest und Salzburg verkehrten, durch den selben. Adel und Rittertum hatten zahlreiche Burgen und Edelsitze inne, Bürger und Bauern konnten sich allseits eines gewissen Wohlstandes erfreuen.

Doch diese Glanzzeit ging vorüber, der Handel nahm, beonsers nach Auffindung des ostindischen Seeweges und der Entdeckung von Amerika allmählich eine andere Richtung, der Bergsegen ließ nach, die meisten Burgen und Schlösser wurden besonders in den blutigen Schlachten des 15. Jahrunderts größtenteils zerstört, und so wurde der Lungau nach und nach verlassen und vergessen. Auch die Napolenischen Kriege gingen nicht spurlos an dem Lungau vorüber, er wurde mehrmals von den Franzosen besetzt.

Das war eine schlimme Zeit für den Gau. Aber trotz der Ungunst der Verhältnisse ist der Lungau in der Entwicklung nicht zurückgeblieben, sondern hat mit dem Werdegang der Zeit Schritt gehalten und sich besonders auch die Errungenschaft der Zeit zunutze gemacht.

Auch der Fremdenverkehr nimmt immer mehr zu, zahlreiche Städter verbringen den Sommerurlaub im Lungau. Auch für den Skisport werden Lungaus Berge immer mehr erschlossen.


15 schöne Urlaubsorte mit moderne Infrastruktur, bieten Ihnen in einer kleinstrukturierten Region eine vielfälltige Auswahl an diversen Aktivitäten. Besonders die privaten Ferienhäuser und Ferienwohnungen tragen dazu bei, den charme der Region zu erhalten. Zentral gelegen ist das Heimathaus Dengg in Mauterndorf noch heute der perfekte Ausgangspunkt für alle Unternehmungen im Lungau.

Der Lungau ist aber nicht nur reich an Naturschönheiten und Naturschätzen, er besitzt auch noch viele alte Denkmäler besonders aus der Römerzeit und manch altersgraue Burg, die dem Wandel der Zeiten zum Trotz bis auf unsereTage sich erhalten, schaut stolz aus ihrer Höhe hernieder als eine Erinnerung an das eisengepanzerte Mittelalter.

Der Lungau besitzt aber auch noch viele originelle Volksbräuche und Sitten, die sich hier besser als anderswo erhalten haben. Diese vorzugsweise habe ich zu schildern versucht und manches davon im vorliegenden Büchlein niedergelegt.



Hinein in Lungaus sagenumwobenes Land,

Wo entspringt des Murflusses Silberband,

Wo das Bergmännlein haus, das die Schätze bewacht,

Woll Sagenzauberund Märchenpracht.


Hinauf auf die Höhen, die lichtumglänzten,

Auf die sonnigen Matten, die blumenkränzten,

Hinein in der Täler liebliche Auen,

Von Bergenumschlossen gar freundlich zu schauen.


Hin zu den stillruhenden Alpenseen,

Mit ihrem Farbengefunkel bezaubernd und schön,

Wo von Almrausch umranktem Felsgestein

Das Edelweiß grüßt schneelicht und fein.


Hinein in der Wälder tiefschattiges Dunkel

Mit ihrem smaragdgrünen Lichtergefunkel,

Drin die Wässerlein rauschen silberhell:

Da wirst Du gesunden an Leib und Seel'.

Michael Dengg




Auszug aus dem Buch "Lungauer Volksleben" von Michael Dengg, welches Sie gerne im Heimathaus Dengg erwerben können.



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