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Der Lungau

Aktualisiert: 11. März





Quelle: Lungauer Volksleben | Sitten und Gebräuche, Geschichten und Schilderungen aus dem Lungau von Michael Dengg 3. Aufl.


Im Südosten des Landes Salzburg befindet sich ein rings von hohen Bergen umschlossener Gau, welcher in seiner Abgeschlossenheit fast eine Welt für sich bildet, der Lungau. Nur gegen Osten liegt derselbe offen und dahin entsendet er auch seine Gewässer, welche die in einem seiner Seitentäler, dem Murwinkel, entspringende Mur in sich aufnimmt, um dann der Hauptfluss Steiermarks zu werden.

Als im Jahre 14 bis 15 vor Christus Drusus und Tiberius, die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, mit bedeutender Heeresmacht gegen Norden aufbrachen und bis an die Donau alles unterjochten, gelangte auch das Land der Taurisker in römischen Besitz und wurde Mittel-Norikum einverleibt. Eine erhöhte Bedeutung erhielt der Lungau, als der römische Kaiser Septimus Severus (193 - 211) einen neuen Straßenzug, die neue römische Heeresstraße, zur schnellen Beförderung der römischen Legionen von Süden nach Norden, von Italien bis an die Donau, die damalige Grenze des Römischen Reiches, anlegen ließ.

Eine starke militärische Besetzung der Nordgrenze des Römischen Reiches war notwendig, denn die germanischen Völkerschaften versuchten immer mit Gewalt in das Römische Reich einzudringen. Bei einem dieser Feldzüge gegen die Germanen ist der römische Kaiser Markus Aurelius (161 -180) in Vindobona (Wien) gestorben.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches kamen die Slawen und hausten hier einige Jahrhunderte lang, bis sie von dem nun ansässigen Germanen, den Bajuwaren, verdrängt wurden.

Im Mittelalter hat der Lungau seine Blütezeit gesehen. Handel und Bergbau brachten es in dem reich mit Naturschätzen gesegneten Gau zu hoher Blüte, und jahrhundertelang zogen die Handelskarawanen, welche zwischen Triest und Salzburg verkehrten, durch denselben. Adel und Rittertum hatten zahlreiche Burgen und Edelsitze inne, Bürger und Bauern konnten sich allseits eines gewissen Wohlstandes erfreuen.

Doch diese Glanzzeit ging vorüber, der Handel nahm, besonders nach Auffindung des ostindischen Seeweges und der Entdeckung von Amerika allmählich eine andere Richtung. Der Bergsegen ließ nach, die meisten Burgen und Schlösser wurden besonders in den blutigen Schlachten des 15. Jahrhunderts größtenteils zerstört, und so wurde der Lungau nach und nach verlassen und vergessen. Auch die Napoleonischen Kriege gingen nicht spurlos am Lungau vorüber, er wurde mehrmals von den Franzosen besetzt.

Das war eine schlimme Zeit für den Gau. Aber trotz der Ungunst der Verhältnisse ist der Lungau in der Entwicklung nicht zurückgeblieben, sondern hat mit dem Werdegang der Zeit Schritt gehalten und sich besonders auch die Errungenschaft der Zeit zunutze gemacht.

Der Fremdenverkehr nimmt immer mehr zu, zahlreiche Städter verbringen den Sommerurlaub im Lungau. Auch für den Skisport werden Lungaus Berge immer mehr erschlossen.


Der Lungau ist aber nicht nur reich an Naturschönheiten und Naturschätzen, er besitzt auch noch viele alte Denkmäler besonders aus der Römerzeit und manch altersgraue Burg, die sich dem Wandel der Zeiten zum Trotz bis auf unsere Tage erhalten hat, schaut stolz aus ihrer Höhe hernieder als eine Erinnerung an das eisen-gepanzerte Mittelalter.

Der Lungau besitzt aber auch noch viele originelle Volksbräuche und Sitten, die sich hier besser als anderswo erhalten haben. Diese vorzugsweise habe ich zu schildern versucht und manches davon im vorliegenden Büchlein niedergelegt.



Hinein in Lungaus sagenumwobenes Land,

Wo entspringt des Murflusses Silberband,

Wo das Bergmännlein Haus, das die Schätze bewacht,

Wo Sagenzauber und Märchenpracht.


Hinauf auf die Höhen, die Lichtumglänzten,

Auf die sonnigen Matten, die Blumenbekränzten,

Hinein in der Täler liebliche Auen,

Von Bergen umschlossen gar freundlich zu schauen.


Hin zu den still ruhenden Alpenseen,

Mit ihrem Farbengefunkel bezaubernd und schön,

Wo von Almrausch umranktem Felsgestein

Das Edelweiß grüßt Schnee licht und fein.


Hinein in der Wälder tief schattiges Dunkel

Mit ihrem smaragdgrünen Lichtergefunkel,

Drin die Wässerlein rauschen silberhell:

Da wirst Du gesunden an Leib und Seel'.

Michael Dengg




Auszug aus dem Buch "Lungauer Volksleben" von Michael Dengg, welches Sie gerne bei uns erwerben können. Heimathaus Dengg - Ferienhaus im Lungau.



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